Ein Fest für einen Engel

Der Engel ist wieder da: Nachdem die prächtige Engelsstatue von Lorenzo Matielli vor vielen Jahrzehnten vom Tambour der Karlskirchenkuppel heruntergenommen wurde und anschließend sein Dasein lange Jahre in einem Depot des Bundesdenkmalamts fristen musste, ist nun nach monatelanger Restaurierungsarbeit der „Engel mit dem Lorbeerkranz“ zurück an der Karlskirche.

Er steht zwar nicht mehr am Tambour – dafür ist sein Zustand zu schlecht – doch er hat eine neue Heimat und, wenn man so will, eine neue Aufgabe bekommen. Die circa drei Meter große Statue steht nun in der Nische des Agnesgartens, in dem Feste, gemütliches Beisammensein, aber vor allem die wöchentlich stattfindende Essensausgabe „Karlsküche“ stattfindet. Bis zu hundert Menschen in Not versorgen Freiwillige jede Woche mit warmen Suppen aus der Wiener Spitzengastro. Die „Karlsküche“ hat nun mit der großen Engelsstatue einen neuen Patron dazugewonnen.

In einem feierlichen Gottedienst mit Prozession wurde der Engel am Donnerstag, den 28. Mai gesegnet. P. Marek Pucalik, O.Cr., der der Zeremonie vorstand, rief in seiner Andacht den Segen Gottes herab auf die Statue, alle Menschen, die vor ihr beten und auch jene, die an der Restaurierung beteiligt waren. Hier ist besonders Martin Pliessnig zu erwähnen, der mit seinem Team den Engel restaurierte und aufstellte. Letzteres war ein besonders spannendes Unterfangen, wie er in seiner Rede betonte. Der Engel bestehe nämlich aus vier Teilen. Bei der Abnahme vom Tambour hatte man ihn zersägen müssen, da er nicht in einem Stück abnehmbar gewesen wäre. Diese Teile hätten sich aber nun nicht mehr ohne weiteres zusammensetzen lassen können, so der Restaurator. „Deswegen war die Anfertigung einer massiven Stahlkonstruktion notwendig, die sowohl den Rumpf als auch die zwei Flügel sützt“, erklärt Pliessnig.

In seiner Predigt erinnerte Bernard Mallmann daran, was Engel eigentlich seien: „Als Boten Gottes vermitteln sie uns Seine Gegenwart. Wenn wir gemeinsam Eucharistie feiern, sind wir gleichsam mit hineingenommen in den himmlischen Gottedienst vor Gottes Thron, der niemals endet.“ P. Marek bedankte sich zum Schluss bei allen Helferinnen und Helfern und dem Verein der Freunde der Wiener Karlskirche, der die Restaurierung durchführt. „Ich freue mich auf viele schöne Begegnungen in diesem Garten, der jetzt unter der Obhut dieses Engels steht!“

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